Regionalbischöfin Gisela Bornowski hat am 9. Juli 2026 ihren Sommerempfang im reich verzierten Theatersaal im Wildbad Rothenburg zusammen mit etwa 250 Gästen aus Kirche, Politik, Wirtschaft und öffentlichem Leben gefeiert. In ihrer Begrüßung führte die Regionalbischöfin in das Motto des Abends ein: „Zukunft braucht Mut – zuversichtlich miteinander weitergehen“. Den Begriff Zukunftsmut brachte sie mit der christlichen Hoffnung zusammen, gespeist von der Sehnsucht nach Gott und seiner Welt: „Für mich ist diese Hoffnung eine Kraftquelle, die in der Gegenwart wirkt und die in Jesus Christus verbürgt ist. Diese Hoffnung lässt uns gelassen sein; mutig Widerstand leisten, wo die Menschenwürde mit Füßen getreten wird; anpacken, wo Not ist; realistisch auf die Welt sehen und doch wissen: Das ist nicht alles.“
Eine Stunde lang referierte Johannes Warth, ein aus Oberschwaben stammender Motivationsredner und Coach, der sich selbst augenzwinkernd „Ermutiger“ und "Überlebensberater" nennt. Einst arbeitete er auch als Schauspieler und Clown. Deshalb bot er bei seinem Auftritt in Rothenburg viel Humor und ungewöhnliche Aktionen dar, darunter Jonglage von Bällen, einen Getränkekasten und ein selbst gebasteltes „schwäbisches“ Schlagzeug aus Dosen und Schachteln, die „nichts gekostet haben“.
Warth warnte eindrücklich vor self-fulfilling prophecy im persönlichen wie im gesellschaftlichen Leben. Wer sein Land schlecht redet, beeinflusst auch die Zukunft des Landes im negativen Sinn. Und wer schon mit der Einstellung aufsteht, „Heute wird ein schwerer Tag“, der zieht die Schwierigkeiten förmlich an. Wenn man das Badezimmer morgens verlässt und in den Tag startet, soll man lieber sagen: „Heute wird ein sensationeller Tag.“ Wobei es schon sensationell ist, dass wir lebendig und gesund aufstehen durften. Es ging Warth also um Dankbarkeit und Zukunftsmut.
Der Redner zeigte sich durchaus bibelfest. „Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit“, sagte er und zitierte damit aus dem 2. Timotheusbrief. „Fürchte dich nicht“, ist nicht nur der häufigste, sondern einer der wichtigsten Sätze der Bibel. Ein gewisses Maß an Angst schützt uns vor Gefahren, aber wenn zu viel Furcht ins Spiel kommt, dann versagen wir, dann gelingen auch die Dinge nicht, die wir eigentlich gut können. Deshalb brauchen wir statt Zukunftsangst Zukunftsmut. Damit lassen sich die kirchlichen und gesellschaftlichen Veränderungen gleich viel besser angehen.
Musikalisch begeisterten auf dem Sommerempfang die fast 40 Sängerinnen und Sänger der "KisSingers", einem Chor aus Bad Kissingen unter der Leitung von Kirchenmusikdirektor Jörg Wöltche. Ihr vorgetragenes Repertoire aus flotten und auch klassischen englischsprachigen Gospels vermittelte viel Leidenschaft, Glaubensmut, Gottvertrauen und alles in allem Zukunftsmut.
Mit Zukunftsmut geht auch Bornowski in ihr letztes halbes Dienstjahr. Der Sommerempfang war ihr letzter, da sie zum Ende des Jahres in den Ruhestand tritt. Es war auch der letzte des Kirchenkreises Ansbach-Würzburg. Am 1. Januar 2027 wird die Region in den neuen, größeren Kirchenkreis Franken aufgehen, der von zwei regionalbischöflichen Personen geleitet werden wird, die ihre jeweiligen Dienstsitze in Ansbach und Bayreuth haben. Seit 2025 ist das etwa 125 Jahre alte historistische Gebäude-Ensemble namens Wildbad in Rothenburg ob der Tauber kein kirchliches Tagungshaus mehr, sondern ein beeindruckendes Hotel. Der Sommerempfang der Regionalbischöfin zeigt, dass kirchliche Gruppen natürlich weiterhin dort Räume für Veranstaltungen buchen können.
