Neue Wege gehen, Kräfte bündeln und das christliche Zeugnis in der Region stärken: Mit einem gemeinsamen „Letter of Intent“ setzen das Bistum Würzburg und der Evangelisch-Lutherische Kirchenkreis Ansbach-Würzburg ein klares Signal für eine engere ökumenische Zusammenarbeit. Die von Generalvikar Dr. Jürgen Vorndran und Regionalbischöfin Gisela Bornowski unterzeichnete Absichtserklärung ermutigt Kirchengemeinden vor Ort, Immobilien und Räume künftig verstärkt gemeinsam zu nutzen. Die Absichtserklärung betrifft nur die evangelischen Gemeinden des Kirchenkreises, deren Gebiet sich mit dem des Bistums Würzburg deckt oder überschneidet. Der „Letter of Intent“ behält auch dann seine Gültigkeit, wenn der Kirchenkreis Ansbach-Würzburg ab 1. Januar 2027 im Kirchenkreis Franken aufgegangen sein wird.
Hintergrund der Initiative sind die strukturellen Veränderungsprozesse in beiden Kirchen. Während im Bistum Würzburg die Kategorisierung der Kirchen in den pastoralen Räumen bereits abgeschlossen ist, sind in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern die Gesamtgebäudekonzeption sowie die Bildung von Regionalgemeinden in vollem Gange. Um die Gemeindearbeit vor Ort zukunftsfähig zu sichern und die Menschen in den Regionen weiterhin mit der christlichen Botschaft zu erreichen, wollen die beiden Kirchen ihre materiellen Ressourcen teilen.
Die Bistumsleitung und die evangelischen Verwaltungen in den unterfränkischen Dekanatsbereichen haben hierzu eine enge Zusammenarbeit vereinbart. Den Verantwortlichen vor Ort wird eine umfassende Unterstützung bei allgemeinen und konkreten Fragestellungen zugesichert. Das Hilfsangebot umfasst unter anderem Prozessbegleitung, Projektsteuerung und Moderation bei den ersten Schritten der Annäherung. Außerdem gibt es fachliche Beratung bei konkreten Umgestaltungen, denkmalrechtlichen, liturgischen sowie künstlerischen Fragen.
Es ist die Überzeugung der Diözese Würzburg und der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, „dass das christliche Zeugnis stärker ist, wenn es ein gemeinsames ist“, heißt es in der Erklärung, die sich auf das Johannesevangelium beruft: „Damit sie eins seien“ (Joh 17, 22).
Die ökumenische Nutzung von Gebäuden könne ganz pragmatisch im direkten Dialog zwischen den Pfarr- und Kirchengemeinden vor Ort erprobt werden. Für langfristige und dauerhafte Kooperationen stehen bereits rechtliche Modelle bereit, die von beiden Kirchenleitungen im Vorfeld ausgearbeitet wurden.
Für Gemeinden, die neue ökumenische Wege im Bereich der Immobiliennutzung gehen möchten, stehen ab sofort feste Ansprechpartner zur Verfügung:
Für das Bistum Würzburg Bernd Wolfrum, Leiter der Abteilung Liegenschaften im Bischöflichen Ordinariat Würzburg, Telefon 0931/38675000, E-Mail liegenschaften@bistum-wuerzburg.de.
Für die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern im Landeskirchenamt das Landeskirchliche Baureferat, Telefon 089/5595-246, E-Mail: baureferat@elkb.de . Es vermittelt die Anfragen an die zuständigen Gebietsreferenten und regionalen Verwaltungen weiter.
Würzburg/Ansbach, 21. Juli 2026
